Vordenker der Friedensbewegung: Bundeswehr "mordet" in Afghanistan
Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard
Richter gilt als einer der Vordenker und
Führungsfiguren der deutschen Friedensbewegung. Bereits in den 80er Jahren trat
er entschieden gegen die Verteidigung Westeuropas gegen den Warschauer Pakt ein. Richter ist dafür bekannt, Vertreter anderer Positionen nicht inhaltlich zu kritisieren, sondern ihnen psychische Krankheiten zu unterstellen. Seiner Beliebtheit innerhalb der Friedensbewegung hat diese Praxis offenbar nicht geschadet.
Nun hat er der "taz" ein Interview gegeben , in dem er die gegenwärtige sicherheitspolitische Lage aus Sicht der Friedensbewegung kommentiert. Das
Interview enthält zahlreiche ehrverletzende Beleidigungen und gibt einen Einblick in die moralisierende Selbstgerechtigkeit und
sicherheitspolitische Konzeptlosigkeit, welche große Teile der Friedensbewegung
weiterhin kennzeichnen. Offenbar war mit Oskar Lafontaines Vergleich von Soldaten der Bundeswehr mit Terroristen noch nicht der Höhepunkt an Ausfällen aus diesem Spektrum erreicht.
Zunächst wirft er der Bundeswehr
vor, in Afghanistan zu "morden". Das "Töten und das Schießen und das
Morden" würden jedoch im Verborgenen stattfinden, weshalb Richter meint, auf jegliche Belege für seine Anschuldigungen verzichten zu können. Er spricht den in Afghanistan gefallenen Soldaten zudem kollektiv ab, sich für Frieden
und Freiheit Deutschlands oder der Afghanen eingesetzt zu zu haben.
Bundesverteidigungsminister Jung (von Richter nur als "dieser Jung" bezeichnet) und Bundesinnenminister
Schäuble sieht er in die Tradition der Kreuzritter. Sie würden wie diese eine "gespaltene
Welt" propagieren und gegen "gottlose Schurken und Muslime" mobilisieren. An
anderen Stellen rückt er die Bundesregierung wiederholt sprachlich in die Nähe
des Nationalsozialismus: Diese fordere den "Gehorsamstod".
Die Ansicht, dass der Westen es wert sei, verteidigt zu werden, bezeichnet
er als „manichäisches Weltbild", mit dem "rattenfängerartig" westliche
Bevölkerungen "vom eigenen Gewissen befreit" würden.
Richter gibt vor, im Namen der angeblich unterdrückten afghanischen Bevölkerung zu sprechen, doch tatsächlich ignoriert er deren Positionen vollständig: Eine deutliche Mehrheit der Afghanen unterstützt die NATO und lehnt die Taliban ab. Richter beleidigt nicht nur die Soldaten der Bundeswehr, sondern er behandelt auch die Afghanen wie willenlose Statisten, indem er meint, den Afghanen nach Belieben seine eigenen Vorurteile unterstellen zu dürfen.
Es liegt dem "Weblog Sicherheitspolitik" fern, die Bundesregierung von legitimer Kritik ausnehmen zu wollen. Richters Äusserungen verlassen jedoch den Boden jeglicher Vernunft und der Mindeststandards einer zivilisierten Debatte.
Es bleibt abzuwarten, ob sich andere Teile der Friedensbewegung von diesen Äusserungen distanzieren werden. Bislang scheint es aber so zu sein, dass Richters Darstellungen durchaus dem Konsens innerhalb dieser Bewegung entsprechen. Sollten Distanzierungen auch diesmal ausbleiben, hätte die Friedensbewegung erneut unterstrichen, dass sie inhaltlich nicht ernstzunehmen ist.
(Bildquelle: www.friedensbewegung.de)
Die "Friedensbewegung" war in den 1980er Jahren bevorzugtes Ziel kommunistischer Indoktrination. Sie fand dort einen Nährboden von Ressentiments, die sich vom Antiamerikanismus bis zum Antisemitismus bewegten. Hinzu kam der Glaube an einen ewigen Frieden. Aber schon Kants philosophischer Entwurf "Zum ewigen Frieden" beinhaltet trotz persistenter Falschauslegung die Aussage: "Demokratien führen in der Regel untereinander keine Kriege".
Deutschland hat das Recht und die Pflicht, geeignete militärische Maßnahmen zum Schutz der Bürger und des Staatsterritoriums zu ergreifen.
Das diese Maßnahmen Kritk unterliegen, ist Kennzeichen der Demokratie. Wer aber Bundeswehrsoldaten als "Mörder" deklariert, hat damit den Boden einer demokratischen Auseinandersetzung verlassen. Vielmehr zeugen solche Aussagen von einer ideologischen Polemik, die die Realität bewusst verzerrt. Die bisherige fehlende Distanzierung verdeutlicht, was man von dieser "Friedensbewegung" halten kann. Sie wird kaum in der Lage sein, die Lage der Menschen in Afghanistan zu verbessern. Denn ab einer bestimmten Grenze helfen Worte nicht mehr.
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Dem bisher geäußerten ist (leider) nur wenig hinzu zu fügen - außer, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch H.-E. R. noch einen psychoanalytischen Verteidiger finden wird: Die böse Wirklichkeit, vielleicht auch die Gesellschaft, habe H.-E. R. zu diesen Einlassungen getrieben ...
P.S.: Wirklich einer der besten Weblogs zum Thema!
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