Illegale Migration: Strategische Kommunikation der EU


Die Europäische Union hat in Subsahara-Afrika eine Kampagne zur Abschreckung illegaler Migranten begonnen. Kern der Kampagne ist ein Video, dass idealisierte Vorstellungen über die Perspektiven illegaler Migranten in der EU abbauen soll, und dass u.a. in Kamerun und Nigeria gezeigt wird.

Das Video ist hier zu sehen.

Strategische Kommunikation wurde bislang von westlichen Regierungen eher als Form der PR verstanden und sollte vorwiegend die Beliebtheit der jeweiligen Staaten fördern. Das Video der EU zeigt, dass hier ein Umdenken stattfindet. Man hat offenbar verstanden, dass Beliebtheit nicht der einzige sicherheitspolitisch relevante Faktor in den Wahrnehmungen außereuropäischer Bevölkerungen ist. Strategische Kommunikation nähert sich in diesem Punkt dem militärischen Verständnis von Informationsoperationen an.

Die Zielkonflikte sind jedoch offenkundig, und es hat Gründe, dass eine entsprechende Kampagne nicht auch in Nordafrika durchgeführt wird. Hier würde eine Darstellung der Situation arabischer Einwanderer vorhandene antiwestliche Ressentiments eher noch schüren. In Nordafrika ist die scheinbar paradoxe Situation zu beobachten, dass viele Menschen kulturelle Ressentiments gegen den Westen haben und gleichzeitig dorthin auswandern. Die Anschläge von Madrid bzw. die zentrale Rolle nordafrikanischer Einwanderer im militanten Islamismus in Europa oder die regelmäßigen Unruhen in Frankreich zeigen, welche Folgen dies hat. Dieses Problem dürfte mit Videos alleine nicht zu lösen sein.

 
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