Afghanistan: Handeln der Taliban verschlechtert humanitäre Lage


Das Handeln der Taliban zieht in großem Umfang negative Folgen für die humanitäre Lage der afghanischen Bevölkerung nach sich.

Indem sie den Aufbau medizinischer Versorgung in Teilen des Landes verhindern, verschärfen die Taliban die humanitäre Situation der Zivilbevölkerung erheblich. Die wenigen vorhandenen Ärzte würde vorwiegend Kämpfer der Taliban behandeln. Gelieferte Hilfe würde von den Taliban vernichtet:

Whenever the military or the government distributed aid, he said, including blankets, children’s notebooks or winter clothes, the Taliban entered the village, collected the aid and set it on fire. “We would like to support the coalition forces, but if we do that the Taliban will come at night and cut off our heads,” Rahmatullah said.

In Pakistan gingen die Taliban wiederholt gegen Schutzimpfungen vor und verbreiteten, diese seien Teil einer westlichen Verschwörung zur Unfruchtbarmachung von Muslimen. In anderen Fällen wurde Nahrungsmittelhilfe vernichtet.

Wie die Taliban durch ihr Vorgehen gegen Schulen und andere Infrastruktur sowie durch ihre Verhinderung von zivilem Aufbau Elend in der Bevölkerung schaffen, beschreibt auch dieser aktuelle Artikel.

Vor einigen Wochen bereits hatte der Journalist Aziz Ahmad Tassal das zu diesem Zeitpunkt noch von den Taliban kontrollierte Musa Qala besucht. Der Journalist sprach in der Ortschaft u.a. mit einem lokalen Führer der Taliban. Aus seinen Darstellungen wird deutlich, wie problematisch die Folgen der Präsenz der Taliban für die Zivilbevölkerung sind.

Er erklärte u.a., dass internationale Hilfsorganisationen nicht geduldet würden. Mit dem nahenden Winter verschlechtert sich die Versorgungslage der Bevölkerung. Ohne internationale Hilfe droht in Teilen des Landes Hunger.

Die Taliban verhindern zudem Aufbauprojekte wie die Instandsetzung des Kajaki-Staudammes, die bis zu 4.000 Menschen beschäftigen würde. Danach könnten große Teile Afghanistans günstig mit Wasser und Elektrizität versorgt werden. Hilfsorganisationen hatten bereits die Arbeit aufgenommen, um den Betrieb des Dammes durch landwirtschaftliche Projekte sowie Maßnahmen in den Bereichen Bildung und Gesundheit zu flankieren. Sie  stellten aufgrund der Talibanpräsenz ihre Aktivitäten jedoch größtenteils wieder ein.  Die Bevölkerung aus den Dörfern in der Umgebung des Dammes ist größtenteils geflohen.

Die Taliban wollen wirtschaftliche Entwicklung in der Region verhindern, weil sie befürchten, dass in diesem Fall der Anreiz für Drogenanbau (durch den sie sich finanzieren) sinken würde. Bildung für die Bevölkerung würde zudem dem Menschen- und Gesellschaftsbild der Taliban widersprechen.

(Bild: Getöteter Taliban-Führer Mullah Dadullah/Quelle: Video der Taliban)

 
Trackbacks
  • No trackbacks exist for this entry.
Comments
  • No comments exist for this entry.
Leave a comment

Submitted comments will be subject to moderation before being displayed.

 Enter the above security code (required)

 Name

 Email (will not be published)

 Website

Your comment is 0 characters limited to 3000 characters.