Afghanistan: Iran droht ISAF


Der iranische Botschaften in den Niederlanden hat geäussert, dass niederländische Soldaten "in Gefahr" seien, falls der angekündigte islamkritische Film des Parlamentsabgeordneten Geert Wilders veröffentlicht werde.

Dies ist als direkte Drohung gegen ISAF zu verstehen. Der Iran hat u.a. durch Anschläge auf internationale Kräfte in Beirut sowie durch Unterstützung von Anschlägen gegen westliche Kräfte im Irak und Afghanistan seine Bereitschaft und seine Fähigkeiten zu gewaltsamen Aktionen mehr als einmal unter Beweis gestellt. Der Iran führt zudem bereit eine Kampagne gegen ISAF auf mehreren Ebenen, von Propaganda bis zur Unterstützung von Aufständischen durch Waffenlieferungen.

Im Fall einer Veröffentlichung des Films würde der Iran vermutlich versuchen, sich an die Spitze einer globalen islamischen Empörungswelle zu setzen, um als führender "Verteidiger des Islams" wahrgenommen zu werden und weitere Unterstützung unter Muslimen zu gewinnen. Absicht des Irans wird es sein, das Thema zur Massenmobilisierung zu nutzen, um den auf ihm lastenden internationalen Druck zu neutralisieren und westliche Akteure u.a. in Afghanistan und im Irak zu schwächen.

Sollte der Iran wie auch immer geartete Aktionen gegen niederländische Kräfte in Afghanistan durchführen, so wäre es kaum möglich, diese gezielt durchzuführen. Während des Karikaturenstreits z.B. war ISAF im Allgemeinen das Ziel gewaltsamer Proteste.

Da der Iran insbesondere im Norden und Westen über Einfluss verfügt, würde er vermutlich versuchen, in diesen Regionen Proteste und andere Aktionen gegen ISAF zu initiieren. Auch deutsche Soldaten wären potentiell davon betroffen, zumal der Iran bereits Propaganda gegen Deutschland betreibt.

 
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Comments

  • 6 Feb 2008 asxdef wrote:
    Interessant ist doch, dass auf diesem Blog einerseits einem deutschen Buchautor vorgeworfen, er würde die Sicherheit der deutschen Soldaten durch Berichte über Untaten von ISAF Soldaten gefährden.

    Andererseits wird kein Wort der Kritik über einen niederländischen Politiker geäußert, der ohne Not eine Hasskampange gegen den Islam lostritt, während gleichzeitig niederländische Soldaten versuchen, mit der (natürlich islamischen) Bevölkerung in Afghanistan zusammenzuarbeiten.

    Im Gegensatz zu dem Buch des deutschen Soldaten, das abgesehen von einigen Interessierten wahrscheinlich niemand kennt, finden die Äußerungen dieses Politikers nämlich tatsächlich ein weltweites Echo. Und ob sich nun der Iran darüber empört, oder wer auch immer ist wirklich nebensächlich.

    Man kann nicht einerseits den ISAF Einsatz unterstützen und andererseits vorsätzlich Moslems beledigen. Das ist schizophren und heuchlerisch.
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    1. 7 Feb 2008 Weblog SiPol wrote:
      Wieviele Freiheitsrechte wollen Sie aufgeben, um militante Islamisten zu beschwichtigen? Ich bin kein Anhänger der provokativen Art von Wilders, aber die Tatsache, dass auf sein angekündigtes Video mit Drohungen reagiert wird zeigt, spricht Bände. Es wäre falsch, Meinungsfreiheit aufzugeben, nur weil eine weltanschauliche Gruppierung dies fordert. Ganz davon abgesehen fühlen sich radikale Muslime auch davon beleidigt, dass z.B. Frauen in Deutschland nicht zur Verschleierung gezwungen werden oder das Homosexualität erlaubt ist. Wollen Sie auch diesen islamistischen Forderungen nachkommen? Wo ist für Sie die Grenze?

      Wer die teilweise oder vollständige Abschaffung der FGDO fordert, dem sollte deutlich gemacht werden, dass dies völlig inakzeptablel ist. Egal ob Salman Rushdie, Theo Van Gogh oder Geert Wilders: Man muss mit deren Islamkritik nicht übereinstimmen, aber man muss deren Recht verteidigen, diese Kritik äussern zu dürfen.

      Ich sehe daher keinen Grund, iranische Terrordrohungen und legitime Meinungsäusserung von Geert Wilders auf eine Stufe zu stellen, wie Sie es tun.
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  • 7 Feb 2008 asxdef wrote:
    Habe ich mich so missverständlich ausgedrückt? Der Punkt ist doch, dass Sie dem Herrn Wohlgethan sehr wohl anraten, seine Meinungsfreiheit einzuschränken, eben genau mit Hinweis auf die Gefährdung der Soldaten:

    "
    Dem Autor hätte als ehemaligem Soldaten klar sein müssen, dass man mit derartigen Anschuldigungen sensibel umzugehen hat, um die eigenen Kameraden nicht zu gefährden. Dies gilt insbesondere für den Ko-Autor, immerhin einen ehemaligen Presseoffizier der Bundeswehr. Die Folgen der von den Autoren verbreiteten Gerüchte müssen nun die deutschen Soldaten in Afghanistan tragen."

    und dieses dem Herrn Wilders nicht vorwerfen.

    Und es besteht sehr wohl ein Unterschied darin, ob in Deutschland Frauen keinen Schleier tragen, oder ob man bewusst islamfeindliche Filme veröffentlicht und es auf internationale Empörung anlegt. Letzteres empört eben auch zu Recht gemäßigte Muslime, eben genau die selben Leute, deren Vertrauen niederländische Soldaten in Afghanistan gewinnen wollen.

    Ich will überhaupt niemandes Freiheit einschränken, nur es ist ganz klar, dass man nicht einerseits islamfeindliche Parolen von sich geben und andererseits den ISAF Einsatz unterstützen kann, wie der Herr Wilders es tut, ohne als Heuchler darzustehen.
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    1. 7 Feb 2008 Weblog SiPol wrote:
      Danke für die Präzisierung.

      Herr Wohlgethan unterliegt als ehemaliger Soldat diversen rechtlichen und ethischen Auflagen. Er hat z.B. von der Veröffentlichung von Beiträgen, welche der Bundeswehr und der Bundesrepublik Schaden zufügen, Abstand zu nehmen. Das ist keine Frage von Meinungsfreiheit, sondern eine Frage der von Herrn Wohlgethan freiwillig eingegangen Verpflichtungen.

      Die Geschichte über die Minenfelder ist ein bloßes Gerücht, dessen Verbreitung keinen aufklärenden Charakter hat. Er wollte offenbar Geld machen, indem er seine Kameraden schlecht macht. Auch wenn das nicht rechtlich erfassbar sein sollte, verstösst er doch gegen den Grundsatz der Kameradschaft.

      Bei Herrn Wilders gilt dieser Grundsatz nicht. Er war weder deutscher Soldat, noch verbreitet er Gerüchte. Er kritisiert nur den Islam. Mir wäre als potentiell von den Folgen Betroffener zwar lieber, er würde dies in einer sachlicheren Form tun, aber er verstösst gegen keinen mir bekannten ethischen oder rechtlichen Grundsatz. Die Kritik des Islam ist wie die Kritik des Christentums, des Buddhismus oder jeder anderen Weltanschauung erlaubt. Es ist völlig legitim, den Islam als Religion grundsätzlichz abzulehnen, so wie es legitim ist, das Christentum, Scientology oder jede andere Religion pauschal abzulehnen. Das Recht von Herrn Wilders, dies zu tun, halte ich (im Einklang mit deutschen Gesetzen) für ein schützenswertes Gut.
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  • 8 Feb 2008 asxdef wrote:
    "Das ist keine Frage von Meinungsfreiheit, sondern eine Frage der von Herrn Wohlgethan freiwillig eingegangen Verpflichtungen."

    Wenn Herr Wohlgethan gegen irgendwelche Verpflichtungen verstößt, dann frage ich mich, warum sein Buch noch frei verkäuflich ist? Mir scheint, diese Verpflichtungen entspringen mehr ihrem Wunschdenken.

    Und Herr Wilders sollte dann bitte so konsequent sein, und den ISAF Einsatz ablehnen, oder aufhören, das Gelingen der Mission der Soldaten seines Landes vorsätzlich zu gefährden.
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    1. 8 Feb 2008 Weblog SiPol wrote:
      Herr Wohlgethan hat vermutlich einmal den Eid geleistet, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen."
      Das Verbreiten von Gerüchten, welche dazu geeignet sind, von gegnerischer Propaganda verwendet zu werden, ist kein "treues Dienen".

      Ihren Punkt bzgl. Herrn Wilders verstehe ich nicht ganz. So wie es aussieht, kritisiert er Aussagen im Koran, die von Extremisten als Legitimation verwendet werden. Warum sollte er das unterlassen, und warum kann man Extremisten nicht gleichzeitig kritisieren UND in Afghanistan bekämpfen?
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  • 17 Feb 2008 asxdef wrote:
    "
    Ihren Punkt bzgl. Herrn Wilders verstehe ich nicht ganz. So wie es aussieht, kritisiert er Aussagen im Koran, die von Extremisten als Legitimation verwendet werden. Warum sollte er das unterlassen, und warum kann man Extremisten nicht gleichzeitig kritisieren UND in Afghanistan bekämpfen?"

    Er hat unter anderem den Koran mit Mein Kampf gleichgesetzt und muslimische Einwanderer zur Verbrennung des Korans aufgefordert. Keineswegs kritisiert er nur "Extremisten", sondern er startet den Frontalangriff gegen den Islam.

    Warum das ein Problem ist, habe ich nun schon mehrmals geschrieben.
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    1. 17 Feb 2008 Weblog SiPol wrote:
      Wenn Wilders sich so in dem Film tatsächlich so äussert, dann wäre das zu pauschalisierend und kontraproduktiv. Die Tatsache, dass noch niemand den Film gesehen hat, hindert Extremisten und Verfechter von Selbstzensur jedoch nicht daran, präventiv zu demonstrieren. Drohungen mit Anschlägen, wie durch den Iran erfolgt, sind unabhängig vom Inhalt des Videos jedoch grundsätzlich unakzeptabel.
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