Afghanistan: Keine Chance gegen die "härtesten Kämpfer der Welt"?


Simon Jenkins hat in der Sunday Times einen s ehr pessimistischen Beitrag zum Afghanistan-Einsatz verfasst. Er behauptet, der Einsatz sei nicht zu gewinnen, da die Aufständischen die "toughest fighters on earth" seien.

Es gibt jedoch keinen Grund, Mythen über angeblich unbesiegbare afghanische Kämpfer zu konstruieren. Man muss den Gegner ernstnehmen, aber nicht überhöhen. In praktisch allen Gefechten haben sich westliche Streitkräfte bislang durchgesetzt, und üblicherweise enden Gefechte mit Verlustverhältnissen zwischen 1:10 und 1:100 zugunsten der westlichen Seite. Die Aufständischen im Süden sind gegenwärtig offenkundig durch ihre enormen Verluste im letzten Jahr demoralisiert und ihre Führer zerstritten, und auch die Qualität ihres Personals scheint zurückgegangen zu sein. Die Aufständischen in Afghanistan bestehen aus Fleisch und Blut, und dies wird ihnen zunehmend bewusst. Taktisch erfolgreich sind sie meist nur dann, wenn sie die offene Konfrontation vermeiden und auf verschiedene Formen von IEDs zurückgreifen. Das Problem in Afghanistan ist nicht die Stärke der Aufständischen, sondern die Schwäche von Regierung und ISAF/OEF.

Dennoch sind einige seiner Beobachtungen akkurat und manche Bemerkungen interessant. Besonders gefallen hat dieser Satz:

"Kabul is like Saigon at the end of the Vietnam war. It swarms with refugees and corruption while an upper crust of well-heeled contractors, consultants and NGO groupies careers from party to party in bullet-proof Land Cruisers. Spin doctors fighting a daily battle with the truth have resorted to enemy kill-rates to imply victory, General Westmoreland’s ploy in Vietnam."

Man könnte hinzufügen, dass man sich dem Vernehmen nach in Saigon bis kurz vor dessen Einnahme frei und ohne Furcht vor Anschlägen oder Entführungen bewegen konnte.

(Bild: "Die härtesten Kämpfer der Welt", kurz vor ihrer Flucht aus Musa Qala/Quelle: IWPR)

 
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Comments

  • 3 Feb 2008 Wachtmeister wrote:
    Dänische und britische Kameraden erzählten, dass die Aufständischen zeitweise ohne Sinn und Verstand auf deren Stellungen zugestürmt sind.Der Satz "lernen durch Schmerz" gilt jedoch auch für die Aufständischen, die seitdem deutlich "asymmetrischer" vorgehen und die direkte Konfrontation mit westlichen Soldaten scheuen, denen sie nicht gewachsen sind.
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