Iran: Amerikanische Nachrichtendienste revidieren Aussagen zum Atomwaffenprogramm


Amerikanische Nachrichtendienste haben ihr vor einigen Monaten vorgelegtes "National Intelligence Estimate", dessen Inhalt einige Zweifel aufwarf, offenbar revidiert. Das NIE hatte suggeriert, der Iran verfolge seit 2005 kein Atomwaffenprogramm mehr. Nun haben die Nachrichtendienste laut "Associated Press" neue Erkenntnisse an die IAEA weitergegeben, die das Gegenteil nahelegen. Bereits Anfang Februar klang der Leiter der Nachrichtendienste in offiziellen Äußerungen weit vorsichtiger als noch im NIE.

Diese Nachricht ist angesichts der "Erfolgsbilanz" amerikanischer Nachrichtendienste in nuklearen Fragen zwar ebenso skeptisch zu sehen wie die Behauptungen des NIE; im Gegensatz zu diesen ist der Inhalt der Nachricht jedoch plausibel und steht im Einklang mit dem beobachteten Verhalten der iranischen Regierung.

Es ist davon auszugehen, dass diese Nachricht nicht im entferntesten das Presseecho hervorrufen wird, mit dem auf die Veröffentlichung der vermeintlichen Entwarnung reagiert wurde. Deutsche Medien ignorieren die Nachricht bislang vollständig. Bei sicherheitspolitischen Themen scheint weiterhin die Nachfrage nach guten Nachrichten zu überwiegen, die es erlauben, die Illusion des Friedens aufrechtzuerhalten.

 
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