Afghanistan: Karikaturenstreit eskaliert weiter


Der "Karikaturenstreit" in Afghanistan eskaliert weiter. In der vergangenen Woche fanden in mehreren Städten Demonstrationen mit z.T. mehreren tausend Teilnehmern statt. Die Demonstranten verbrannten dänische und niederländische Fahnen. Es wurden auch Parolen zur Unterstützung Al-Qaidas gerufen.

Es demonstrierten auch mehr als 200 der rund 350 Parlamentsabgeordneten, die u.a. "Tod den Feinden des Islam" und "Tod den Juden" riefen. In der Vorstellungswelt vieler afghanischer Muslime stehen Juden hinter einem großangelegten Plan zur Bekämpfung des Islam, von dem die dänischen Karikaturen und das israelische Vorgehen gegen die Hamas gleichermaßen Teil seien.

Ein Sprecher des afghanischen Parlamentes äußerte im Zusammenhang mit den Protesten, dass der Islam eines Tages die Welt beherrschen werde, und dass niemand eine Chance habe, der dies aufhalten wolle.

Ein Beitrag in "Arman-e-Milli", einer der bedeutenderen Tageszeitungen des Landes, gewährte Einblicke in die in Afghanistan vorherrschende Wahrnehmung des "Karikaturenstreits". Dieser wird als Teil eines "Clash of Civilizations" wahrgenommen, in dem der Westen angeblich den Islam bekämpfe.

Der Artikel wirft Europa vor, einen Religionskrieg begonnen zu haben. Er erwähnt neben den Niederlanden und Dänemark auch Deutschland als Heimat islamfeindlicher Kräfte. Die Medien Europas wollten "satanische und unmoralische Einstellungen" verbreiten. Man wolle islamische Werte und Religion gezielt untergraben. "Zionistische Gruppierungen" spielten dabei eine zentrale Rolle. Europa und die USA würden zunehmend in Barbarei und Atheismus verfallen. Alle Menschen der Welt seien jedoch dazu verpflichtet, Allah zu gehorchen.

 
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