Afghanistan: 5.000 Demonstranten in Kabul fordern "Tod für Dänemark und die Niederlande"


In den letzten Wochen beteiligten sich in Afghanistan meist nur wenige hundert Menschen an Demonstrationen gegen die dänischen Karikaturen und das angekündigte Video aus den Niederlanden. Es sah zeitweise so aus, als würde es den Protestführern (vorwiegend islamische Geistliche und Koranschüler) nicht gelingen, die Masse der Bevölkerung gegen den Westen aufzuwiegeln.

Nach den gestrigen Freitagsgebeten demonstrierten in Kabul jedoch bis zu 5.000 Muslime und forderten "Tod Dänemark" und "Tod den Niederlanden". Es handelte sich offenbar um einer der größten und feindseligsten Demonstrationen bislang.

Ein befreundeter dänischer Soldat, der zur Zeit in Kabul eingesetzt ist, berichtete angesichts des Verhaltens bestimmter Bevölkerungsteile in einem E-Mail von wachsenden Zweifeln an der Sinnhaftigkeit seines Einsatzes. Auch in der dänischen Politik würde man die bislang großzügig geleistete Unterstützung für Afghanistan zunehmend in Frage stellen.

Teile der afghanischen Bevölkerung scheinen sich nicht darüber im Klaren zu sein, was ein Verlust des Wohlwollens der Internationalen Gemeinschaft für sie bedeuten würde. Nicht unwesentliche Teile der Bevölkerung können weiterhin nur mit westlicher Hilfe überleben, was der vergangene Winter besonders deutlich zeigte.

 
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