Afghanistan: Artillerie als Alternative?


Kanadische Streitkräfte setzen in Afghanistan neuerdings Artillerie mit Präzisionsmunition vom Typ "Excalibur" ein. Die Munition ist GPS-gesteuert und kann auf Entfernungen von bis zu 40 km Ziele punktgenau bekämpfen. Artillerie kann, wo sie zur Verfügung steht, somit sehr präzise und zudem rascher eingesetzt werden als Luftangriffe. Der Gegner kann auf diese Weise nicht nur effektiver, sondern auch mit geringerer Wahrscheinlichkeit von Kollateralschäden bekämpft werden.

Das Hauptargument gegen den Einsatz der Präzisionsmunition ist der Preis, der gegenwärtig noch bei rund 150.000 USD pro Schuss liegen und mittelfristig auf 86.000 USD sinken soll. Die Kosten dürften sich in ähnlichem Rahmen bewegen wie der von Luftangriffen mit Präzisionsmunition.

Damit Artillerie effektiv eingesetzt werden kann, wäre zudem eine flächendeckende physische Präsenz in Problemregionen erforderlich.

Deutschland verfügt mit der (in Afghanistan von den Niederlanden erfolgreich eingesetzten) Panzerhaubitze 2000 über ähnliche Fähigkeiten. Die Politik will diese jedoch nicht einsetzen, weil sie "zu martialisch" wirkten. Potentielle Ziele gäbe es zumindest in der Region entlang der Grenze zwischen den Provinzen Faryab und Badghis durchaus. Mit SMArt-Munition, die zum Einsatz gegen gepanzerte Fahrzeuge gedacht ist, hat man in Deutschland jedoch an der Realität gegenwärtiger Kriegführung vorbei geplant.

Auch die meisten Kritiker ziviler Kollateralschäden schlagen keine der naheliegenden Alternativen vor. Sie machen damit deutlich, dass es ihnen nicht wirklich um die Reduzierung dieser Schäden geht, sondern um die Ablehnung jeglichen militärischen Engagements in Afghanistan.

(Tip: Oli, Bild: Niederländische PzH 2000 in der Provinz Uruzgan)

 
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