Islamismus: Diskussion um den "Krieg der Ideen"

Seit längerem wird v.a. in den USA diskutiert, die Auseinandersetzung mit islamischen Extremisten stärker auf weltanschaulicher Ebene zu führen. (siehe auch hier)

In den letzten Monaten waren Spannungen im militant-salafistischen Spektrum offenbar geworden, und der Kern der Al-Qaida wurde von ansonsten sympathisierenden Akteuren kritisiert, weil die Aktionen der Al-Qaida sich zunehmend gegen Muslime richten.

Die amerikanische Regierung erklärte daraufhin, sie sehe diese Entwicklung als Fortschritt im "War of Ideas". Es gelänge zunehmend Muslime davon zu überzeugen, dass nicht "der Westen", sondern militante Islamisten "Feinde des Islams" seien.

Diese Interpretation scheint zu optimistisch zu sein, da innerhalb des salafistischen Spektrums nicht die Gegnerschaft gegenüber dem Westen kritisiert wird, sondern nur die Tatsache, dass im Verhältnis zur Zahl getöteter Muslime zu wenig westliche Ziele getroffen werden. Es stimmt jedoch, dass Selbstmordattentäter-Kampagnen in Afghanistan und im Irak die Bevölkerung eher von militanten Islamisten entfremden als deren Unterstützung zu stärken.

Ein Gegenargument zur Forderung, den Schwerpunkt auf den "War of Ideas" zu legen,lautet: Extremistische Weltanschauung könne nur durch nichtextremistische Muslime überwunden werden. Diese seien jedoch zu schwach, um die Extremisten zu konfrontieren. Extremistische Weltanschauung sei daher mittelfristig kaum verwundbar; extremistische Strategien hingegen schon. Wenn man z.B. die Strategie Al-Qaidas im Irak zum Scheitern bringe, würde man die Attraktivität der Bewegung in den Augen ihrer Anhänger reduzieren und die Bewegung somit schwächen.

In der Praxis ergänzen sich "kinetisches" Vorgehen und Auseinandersetzung auf der Ebene der Wahrnehmungen. Ein Beispiel dafür zeigt diese Präsentation am Beispiel Irak. Ohne taktische Erfolge gegen den Gegner kann dessen Weltanschauung nicht glaubwürdig angegriffen werden. Ein Gegner, der seinen Zielgruppen glaubhaft den Eindruck von Stärke vermittelt, ist ideologisch kaum angreifbar.

 
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